| Hemberg, auf der Hügelkuppe zwischen Thur und Necker gelegen, wurde erstmals im Jahre 878 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen als «Hemmenberch» erwähnt. Die Grundbedeutung ist mit «Berghof des Hemmo» gleichzusetzen; eines alemannischen Siedlers, dessen Sippe das Gebiet um Hemberg rodete und siedlungstechnisch erschloss. Bereits im Jahre 1214 wurde in Hemberg eine erste bescheidene Kirche erbaut, ein Zeichen dafür, dass diese Gegend schon sehr früh recht dicht besiedelt war. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Hemberg mussten nun fortan nicht mehr den beschwerlichen Kirchgang nach Wattwil unter die Füsse nehmen. 1418 gelangte Graf Friedrich VII. von Toggenburg durch Erbgang in den Besitz der Güter der damaligen Vogtei Gegenharzbuch (Hemberg). 1468 erwarb das Kloster St. Gallen «durch ewigen Kauf» mit der Übernahme sämtlicher Besitzungen der Grafschaft Toggenburg auch die hohe und niedere Gerichtsbarkeit über das Gebiet in und um Hemberg. Teile der heutigen Gemeinden Brunnadern und St. Peterzell gehörten damals ebenfalls zum Gericht Hemberg. In den Jahren der Wirren der Reformation trat die Mehrheit der Hemberger Bevölkerung zum evangelischen Glauben über. Bis zum Jahre 1779 wurde die Kirche im Oberdorf trotz etwelchen Widerwärtigkeiten von beiden Konfessionen benutzt. Im selben Jahr errichteten die Protestanten eine neue Kirche im Unterdorf, 1782 bauten die Katholiken an der Stelle der einstmals paritätischen Kirche ein neues Gotteshaus. Weberei und Stickerei im ausgehenden 18. Jahrhundert, vor allem aber im 19. Jahrhundert, waren verantwortlich für einen bescheidenen neuen Wohlstand in der Gemeinde Hemberg. In der Blütezeit der Handstickerei sollen in Hemberg nicht weniger als 137 Stickmaschinen in Betrieb gewesen sein; rund 60 kleine Fergger und Fabrikanten arbeiteten für namhafte St. Galler und Appenzeller Exporthäuser. Heute noch bestehende Anbauten an vielen Bauernhäusern und die stattlichen Fabrikantenhäuser im Dorf sind stumme Zeugen dieser Zeit. Aufgrund der geografischen Lage konnte Hemberg nicht oder nur sehr wenig von der industriellen Revolution profitieren, ganz im Gegenteil zu Orten, welche nun aus dem Anschluss an das Eisenbahnnetz Nutzen ziehen konnten. Ums Jahr 1850 zählte Hemberg fast 2'000 Einwohner, mehr als Rorschach oder Wil und fast so viele wie Rapperswil. Den Tiefststand erreichte Hemberg im Jahre 1980 mit nur noch 869 Einwohnerinnen und Einwohnern. Dank einer regen Bautätigkeit zählt Hemberg heute wieder knapp 1'000 Einwohner. Um die vielfältigen Aufgaben aber auch in Zukunft bestmöglich erfüllen zu können, wünscht sich Hemberg eine weitere Zunahme der aktiven Bevölkerung. Am Ende des 20. Jahrhunderts ist Hemberg geprägt durch rund 70 Landwirtschaftsbetriebe, ein leistungsfähiges Gewerbe und ein umfangreiches herrliches Wandergebiet, welches alt und jung und vor allem Familien unvergessliche erholsame Ferientage bieten kann. Hemberg erstreckt sich über ein Gebiet von 20,18 km2, gehört zum Wahlkreis Toggenburg und grenzt an die appenzellischen Gemeinden Urnäsch und Schönengrund. Möchten Sie weitere Informationen über die Gemeinde Hemberg? Lesen Sie unser Buch (Bestellung im Online-Schalter) |
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